Jeannot Simmen

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Projekte Büro Simmen

CBE-KulturTermin: „Jakob Böhme, Mystiker und Visionär“, Filmische Hommage von Ronald Steckel, Diskussion mit dem Filmemacher im Bundesplatz-Kino, 1. Januar. 2016

Der Mystike und Visionär Jacob Böhme (1575-1624) ist eine so geheimnisvolle wie wirkungsreiche Figur der deutschen Geistesgeschichte. Sein philosophisches Werk bildet den Anfang einer Anthropologie, einer Kosmologie und einer Naturphilosophie.

Ronald Steckel realisierte diesen Film für den SFB 1993 mit einem kleinen Team. Die Bilder und Erzählungen sind ohne grosses Brimborium: das Denken vom „Philosophus Teutonicus“ wird dadurch intensiver, geradezu sinnlich erlebbar.

In der Diskussion erfahren wir viele Details aus dem nicht leichten Leben des frühen Denkers, der sich gegen ein Mobbing’ der Kirche durchsetzen musste, der auch unter ungeklärten Umständen den Tod fand.

Youtube trailer: www.youtube.com

Jeannot Simmen
(Aufnahmen: Copyright Ronald Steckel)

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CBE-Lunch im Kaisersaal - Prof. Harald Welzer: „Flüchtlinge. Die Offene Gesellschaft, mit Diskussion, 27. Januar. 2016

Der 1. Lunch 2016 war grossartig: exzellenter Redner mit einem so engagierten wie interessanten Thema. 70 Gäste kamen, da lobe ich mir unsere Mitglieder und sag’ ein Dankeschön.


Der Sozialpsychologe, Prof. Dr. Harald Welzer, zur Flüchtlingsfrage in Deutschland

Freue mich, dass Frau Simone Schmidt über unsere Veranstaltung einen guten und informativen Bericht geschrieben hat, denn Sie auch auf ihren Webseiten publizierte: www.gesellschaftsinstitut.de

Dank geht auch an Jan Sobottka für seine Photo-Aufnahmen.

J. Simmen

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CBE-Lunch mit Prof. Dr. Horst Bredekamp: „Die Berliner Kunstkammer, die Akademie der Wissenschaften und die Idee des Weltmuseums. Neue Quellen“, Kaisersaal am Potsdamer Platz, 11. Dez. 2015

Grosses Interesse, viele Gäste beim Lunch mit dem bekannten Kunstwissenschaftler Prof. Dr. Horst Bredekamp von der Humboldt-Universität, der Co-Intendant vom Berliner Schloss / Humboldtforum. 2015 erhielt er die höchste Auszeichnung, wurde in den „Orden Pour le Mérite“ aufgenommen.

Auf meine Bitte um einen Bericht erreichten mich drei Schreiben von befreundeter Seite – ich freue mich über die wunderbaren Autor/innen: Frau Alina Maria Schütte (Malerin), Dr. Dirko Thomsen (VW-Universität Wolfsburg) und Prof. Adam Jankowski, Malerei Hamburg/Berlin

Danke sagt Jeannot Simmen (Aufnahmen: J.S.)

Adam Jankowski
Gegen elf zum Potsdamer Platz zu einem Club-Lunch, der im Rahmen des “Club Bel Etage” ausgerichtet wird. Dieser Salon von Jeannot Simmen funktioniert wie ein Rotary-Club: Heute gibt als Lunch-Gastredner der Kunsthistoriker Horst Bredekamp einen Vortrag über die Zukunft des in Einrichtung befindlichen Humboldt-Forums zum Besten. Horst Bredekamp kenne ich seit meiner Studentenzeit, er war einer meiner Professoren, als ich Ende der 1970er Jahre am Hamburger Kunsthistorischen Institut studierte und gleichzeitig an der Hamburger Kunsthochschule “Lerchenfeld” meine Ausbildung als Maler erhielt. Ich weiss also, dass ein Vortrag von exzellenter Qualität zu erwarten ist.

Das Lokal “Kaisersaal” versteckt sich im Areal des grossen “Sony-Center” und bietet mit seiner altmodischen Architektur einen amüsanten Kontrast zu den dominierenden modernistischen Gebäuden rundherum. Das Innere des Lokals bildet ein stillvolles, leicht verstaubt-aristokratisch anmutendes Ambiente: genau richtig für ein angenehmes Clubmeeting.

Im Publikum erblicke ich als Repräsentanten der Berliner Prominenz Bazon Brock, Lea Rosh und den rührigen Kunstanwalt Peter Raue. Obwohl ich zum ersten Mal hier zu Besuch bin, werde ich gleich am Eingang von verschiedenen Gästen angesprochen, freundlich gegrüßt und schliesse Bekanntschaft mit Personen, die ich bisher nicht kannte. Auch Hausherr Jeannot Simmen kommt auf mich zu und begrüsst mich herzlich, als wenn wir alte Freunde wären, dann geht es schon ein Stock höher, wo in einem grossen, weissen Saal die Esstische aufgebaut sind. Die Tischordnung beschert mir einen guten Platz und so unterhalte ich mich beim Essen launig mit den Damen und Herren in meiner Nachbarschaft.

Nach dem Hauptgang referiert Horst Bredekamp in einem präzisen Vortrag die entscheidenden Überlegungen zur Einrichtung des Humboldt-Forums, das demnächst in der merkwürdigen Rekonstruktion des Hohenzollernschlosses seine Pforten eröffnen wird. Interessant für mich die Information, dass die Berliner Universität nach ihrer Gründung zu Beginn des 19ten Jahrhunderts exquisite Sammlungen aus den Bereichen Mineralien, Zoologika und Ethnografika unter ihrem Dach versammelte, die schon bald auch um eine wichtige Sammlung der Malerei erweitert wurden; die wissenschaftliche Universität fungierte also zum Zeitpunkt ihrer Gründung wie ein Universalmuseum. Nach der Nachspeise und Kaffee mache ich mich gut gelaunt auf die Rückfahrt nach Wedding in mein Atelier; es ist bereits gut nach drei.

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Dirko Thomsen
Warum Bredekamps Konzept mich begeistert! – Der Umgang mit den Kulturen der Völker im Humboldt Forum ist immer eine delikate Sache, muss aber gerade in Berlin zugleich mit Furor und Finesse betrieben werden: Furor, um mit allen imperiale Traditionen zu brechen, und zugleich Taktgefühl, um die positiven Fäden im deutschen Zivilisationsgewebe aufzunehmen und fortzuspinnen. Das gelingt Bredekamp.
Den passenden historischen Faden hat er im „Plusquamperfekt“ der preußischen Sammlungsgesichte gefunden (so verbünden sich Großväter gerne mit den Enkeln gegen die Autorität der Väter): Es ist die deutsche Bildungsgeschichte, die noch nicht kausal auf die koloniale oder nationalsozialistische Vergangenheit hingeordnet ist.
Sachlich erzählt Bredekamp die Berliner Geistesgeschichte von ca.1700 bis 1850 – als Preußen noch eine europäische Randerscheinung war, zwar vom makedonischen Typus des dünn zivilisierten Militärstaats, aber geistig offener als die Imperien bildenden Nationalstaaten mit ihrem Anspruch auf Suprematie, undurchdringliche Grenzen und innerer Homogenität.
Den gegensinnigen Geist der Neugier und bürgerlichen Gleichheit der Kulturen repräsentierte damals (noch) Preußen. Bredekamp hat das in bildhafter Schilderung dargelegt: von Leibniz´ allseitiger Reflexion der Objekte in der Wunderkammer über Humboldts fächerverbindendes Ausstellungsideal bis zur spät erfolgenden Spezialisierung der Fachmuseen.
Hier wuchs das Bewusstsein für die geistige Einheit und Vielfallt der Welt, für „Weltkunst“, „Weltliteratur“ oder „Weltsprachen“. Solche Neologismen mit „Welt-„ sind damals wie heute eine durchaus sympathische Obsessionen der bildungsverrückten Deutschen.
So hat Bredekamp mit „revolutionärem“ Plusquamperfekt die kulturelle Vorgeschichte in die nationalen Nachgeschichte Deutschlands miteinander verbunden und eine Wendung von der Insellage Berlins zu den Weltkulturen erreicht. Sogar das angehängte Berliner Stadtmuseum erhält eine tragende Rolle im Museum der Weltkulturen.
Bredekamp ist auf die Raubkunst- und die Kolonialismusdebatte nicht explicit eingegangen. Er tut gut daran, lieber die ästhetische Attraktivität der modernen, multizentrischen Welt und ihrer Sammlungskonzepte zu schildern und sich nicht in den dunklen, geschlossenen moralisch Kosmos deutscher Geschichte zu begeben. Das deutsche Bedürfnis moralischer Eindeutigkeit war eben meist ein Sonderweg.
Seit dem 17. Jh. ist die Welt moralisch und physikalisch unbegrenzt, mehrdeutig und multizentrisch geworden. Bredekamp nutzt das für eine faszinierende Kombinatorik von Sammlungs-, Stadt- und Weltgeschichte, auf einer soliden historischen Grundlage und in weltweit verständlicher Sprache.
Fazit: Mehr kann man nicht verlangen. Und wenn es ein schlechtes Konzept aus dem Plusquamperfekt sein sollte – es wäre nur der Einstig in das Plusquamfutur.
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Alina Maria Schütte
Wenn man das Berliner Schloss/Humboldtforum als ein neu geschliffenes Kleinod betrachtet, so war der Vortrag von Prof.Bredenkamp, einer von den wunderbaren Fassettenschliffen, die das Große Vorhaben ausmachen. Vielen Dank.

Anbei ein Foto von meinem Beitrag zu Berliner Schloss-Humboldtforum. Die Plakatedition zum Richtfest.

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CBE-KulturTermin: Ausstellung „Botticelli. Renaissance“, Rundgang und Gespräch mit Ruben Rebman, Co-Kurator, Gemäldegalerie am Kulturforum, 13. Nov. 2015

Diese Ausstellung zeigt neuartig die Kunst der Renaissance mit jüngerer bis aktueller Kunst. – Alte und modere Kunst werden sonst als Gegensätze und Widerspruch präsentiert. In dieser Ausstellung wird ein Versuch gewagt, formal-verwandte Elemente, also künstlerische Wieder-Aufnahmen von Botticelli-Motiven zu veranschaulichen: Wie wirkte der Künstler Botticelli ästhetisch-formal, weniger inhaltlich-darstellerisch durch die Jahrhunderte.


Dr. Ruben Rebman – CBE-Mitglieder und Gäste – Prof Dr. Preimesberger

Es gibt Kunstgeschichte und Bildwissenschaft. In den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts mutierte Kunstgeschichte zur Bildwissenschaft. In dieser Ausstellung scheint mir ein dritter Weg aufgezeigt, der stärker von der Kunst und dem Künstler-Denken ausgeht. Präsentiert werden eher die untergründigen Verbindungen. Gefragt wurde: Warum wird Botticelli nach Jahrzehnten der Vergessenheit im 18., im19. und im 20. Jahrhundert ein durchaus aktueller Künstler.

Dr. Ruben Rebmann führt uns souverän durch diese wichtige und interessante Ausstellung, die keineswegs eine Ansammlung schöner Werke bietet, um das Publikum zu delektieren. Die Ausstellung zeigt vielmehr, wie Botticelli aus einem Verlauf von Bächen und Flüssen eine geschwungene Form findet, die er in vielen Bild-Motiven erweitert und konkretisiert. Dies erkennt man erst beim letzten Raum. Die Ausstellung ist gegen den zeitlichen Ablauf, von der aktuellen Kunst aus zur früheren Kunst erfahrbar.

Jeannot Simmen

Aufnahmen: Jeannot Simmen / Gemäldegalerie

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CBE-KulturTermin: Ausstellung „Wohnungsfrage“, Rundgang und Gespräch mit Dr. Bernd M. Scherer, Intendant, Haus der Kulturen der Welt, mit Salon-Gespräch, 2. Nov. 2015

Wohnraum in Berlin ist heute Mangelware, ein drängendes Problem. Nicht allein der fehlende Raum ist problematisch, sondern wichtig die Frage: Wie Wohnen, also die „Wohnungsfrage“, so der Titel der Ausstellung im Haus der Kulturen der Welt, besonders angesichts Gender-Problematik, Luxus-Sanierung und Transformationen als Verdrängung.


Bernd M. Scherer (rechts) präsentiert die Ausstellung „Wohnungsfragen“

Die ‘Ausstellung’ zeigt 1:1-Modelle, Wohräume, die variabel in der Grösse sind, für Bewohner, die sich im Alter raummässig verkleinern wollen. Haus- und Wohnungs-Konzepte für Studenten, wo gemeinsam genutzte Räume geplant werden.


Modell für ein alternatives Wohnen auf mehreren Ebenen, mit Gemeinschaftsräumen

Bernd Scherer, der Intendant vom Haus der Kulturen der Welt führt uns engagiert durch die Projekte, die teils von den Nutzern mit Architekten konzipiert werden. Gesucht werden neue Wohnformen, wesentlich bestimmt durch die Ansprüche und Bedürfnisse der ‘User’.

Anschliessend ein Gespräch mit Berndt Scherer über das Konzept vom „Haus der Kulturen der Welt”, wo programmatisch das Anthropozän untersucht wird. Der Mensch heute formt die Natur – ist nicht weiter ein Anhängsel oder Zufalls-Produkt der umfassenden Natur. Wir verändern die Welt, teils irreversibel, greifen ein ins Klima und in Genetik, in den Makro- und Mikroprozess.

Jeannot Simmen

Aufnahmen: J. Simmen

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