Jeannot Simmen

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„Das Archiv der Avantgarde“, Gespräch mit Egidio Marzona, Rundgang durch seine Kunst-Sammlung CBE-KulturTermin in Hause von Egidio Marzona, 9. Dezember 2017

Egidio Marzona ist deutsch-italienischer Galerist, Kunstsammler, Mäzen und Verleger. Seine Sammlungen: Kunst und Archive zur Kunst der Avantgarde des 20. Jahrhunderts sind legendär.

Treffen in Berlin-Westend, Egidio Marzona empfängt uns in seinem Haus. Er hat vieles erlebt und ist ein charmanter Erzähler. Schwerpunkt ist aktuell sein Archiv der Avantgarde, das 1,5 Millionen Objekte umfasst: Kunstwerke und Dokumente, die der Sammler seit den 1960er Jahren zusammentrug. Neben Gemälden und Skulpturen finden sich Skizzen und Drucke, Möbel und Designobjekte aus der Zeit von Dada, Bauhaus, Surrealismus … bis zur heutigen Kunst.

Teile davon wurden 2002 der Nationalgalerie geschenkt (siehe Ausstellungs-Katalog: Die Sammlung Marzona, Berlin 2002). Der Grossteil wurde aber den Staatlichen Kunstsammlungen in Dresden gegeben. Die glückliche Marion Ackermann, Direktorin SKD, spricht von einem „historischen Glücksfall“. Der Sammler vermachte Dresden sein grosses „Archiv der Avantgarden“ – nicht wie lange geplant Berlin.

Jeannot Simmen. Fotos: Frauke Bergemann

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Ausstellung „Hinter der Maske. Künstler in der DDR“; Dr. Karl Wegmann (Führung), mit Interventionen vom Zeitzeugen Hans-Hendrik Grimmling CBE-Rundgang im Museum Barberini, Potsdam, 17. November 2017

Schwierige Kunst: Zwischen Begeisterung für ein sozialistisches Deutschland … bis hin zum kunstphoben DDR-Obrigkeitsstaat. Eine grosse Sache geriet in „allzu kleine Hände“, so der Philosoph Ernst Bloch, der nach einigen Jahren die DDR verliess, mit Hans Meyer dem Literaturhistoriker. Kunst zerrieb sich, wurde zerrieben zwischen langweiliger Staatskunst und oppositioneller Leidenskunst.

Interessanter Rundgang mit Dr. Wegmann vom Barberini Besucher-Team und Hans Hendrik Grimmling, Künstler, präsent in der Ausstellung mit einem grossen Werk. Als unbequemer DDR-Künstler ‚spürte‘ er die staatliche Macht, Repression, Ausstellungs- und Reise-Verbot. Er flüchtete. Authentisch erzählt er uns von Damals und den Damaligen, auch den staatsfrommen Künstlern, die vom Regime hofiert wurden.

Lebhafte Ausstellungs-Führung im Doppelpack … was bei den zahlreichen Teilnehmer*innen zu grossem Interesse und vielen Diskussionen führt.

Jeannot Simmen

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Chris Dercon (Intendant Volksbühne Berlin): „Trotz Alledem. Die Revolution der Bühne; Neue Konzepte. Der Kurator und das Theater.“ CBE-Lunch im Kaisersaal, 15. November 2017

Er kam, redete und überzeugte … ein Riesen-Applaus für den neuen, umstrittenen Intendanten, der für sein Eröffnungs-Wochenende bei der Berliner Presse, Zustimmung erhielt, aber auch Kritik und Häme (FAZ). Er bleibt dennoch Optimist, „Schwarzer Optimist“!

Das moderne Theater als ein Ort permanenter Revolution von Piscator bis Moholy-Nagy. Chris Dercon lobt souverän seinen Vorgänger (Castorf, 25 Jahre Intendant) und die Regisseure. All jene, die ihm den Start in Berlin, mehr als nur erschwerten, ein unkollegialer Besitzstands-Wahrung-Krieg mit pseudolinken, ideologischen Grabenkämpfen; Polit-Theater um Pfründe.

Das Theater neu denken ! Bühne/Theaterraum sind nicht getrennt vom Zuschauerraum. Die Künstler zeigen den Weg in der vorgetragenen Geschichte der „Revolution der Bühne“. – Ein CBE-Höhepunkt. Grosser Applaus, Dank, Riesendank an Chris Dercon!

Jeannot Simmen / Aufnahmen: Frauke Bergemann

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Wolfgang Petrick: „Go(o)d Speed“ Ausstellung im Max-Liebermann-Haus; Rundgang mit Prof. Dr. Stefan Winter CBE-KulturTermin in der Stiftung Brandenburger Tor, 11. November 2017

Bilder und Zeichnungen, analog und digital, gemalt und photographiert; die Wände ‚gepflastert‘. Ausgestellt wird zentral, am Brandenburger Tor, im Max Liebmann Atelier. Aber anders als vor 150 Jahren: Überdehnte Figuren und Stadt-Landschaften im Furor eines umfassenden Taumels. Menschen und Dinge werden im Kosmos von Wolfgang Petrick verformt.

Alles unterliegt einer höheren Kraft zwischen „Good Speed“ und „God Speed“. Geschwindigkeiten eines Orkans oder gewaltig wie einTaifun. Die Komposition erweitert Perspektivität bis hin zu Anamorphosen oder 360 Grad Spiegelungen.

Vor den Bildern diskutieren der Künstler und Stefan Winter. Sie lernten sich im Club Bel Etage kennen. Professor Winter schrieb auch im Katalog über den Künstler. Erfreulich.

Jeannot Simmen / Aufnahme: CBE, Jeannot Simmen

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Jean Fouquet: „Die Madonna von Melun“, Ausstellungs-Rundgang mit Dr. Stephan Kemperdick, Kustos der Gemäldegalerie SMPK und Kurator CBE-KulturTermin Gemäldegalerie Kulturforum, 19. Oktober 2017

Zwei Bilder – viele Geschichten. Ein Distichon, zwei Werken von unterschiedlicher Farbstimmung aber aus einer Zeit, Übergang von der Hochgotik zur Renaissance.

Engagiert und kenntnisreich interpretiert Stephan Kemperdick die beiden zentralen Werke von Jean Fouquet. Erstmals zusammen ausgestellt nach 70 Jahren. Der Ausstellungs-Kurator verführt uns in jene Zeit von Kaiser Karl VII. Samt Hofleben und Künstlerreisen nach Italien, wo die ersten Bildfindungen der damals neuen Kunst der Renaissance erfunden wurden.

100 Minuten knisternde Spannung bis zur ‚Wahrheit‘: Keine religiöse Madonna, keine Heilige Maria mit Kind für das Gebet. Aber das innige Bild der jung gestorbenen Agnes Sorel, der Lieblingsfrau vom Kaiser. Sie galt als „schönste Frau“ mit dem offiziellen Titel „Mätresse“ am Hof von Karl VII. Das Bild galt als anstössig bis ins 20. Jahrhundert. – Das zweite Bild zeigt ein Bildnis des Stifters Etienne Chevalier mit dem Heiligen Stephanus.

Jeannot Simmen / Aufnahmen: Jean Fouquet, Madonna von Melun: Kgl. Museum der Schönen Künste, Antwerpen (Aufnahme: Gemäldegalerie, Berlin)

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